Alle Vorteile der Elektromobilität im Überblick

Für die meisten Menschen ist die Elektromobilität noch weit entfernt. Viele haben sich auch noch überhaupt nicht oder nur sehr vage mit dem Thema beschäftigt. Das Interesse an Elektromobilität wächst jedoch stetig, und auch in den Medien erhalten Elektrofahrzeuge immer mehr Raum – wenn zum Teil auch noch in Form skeptisch anmutender Berichte. Besitzer von  Elektrofahrzeugen werden ebenfalls häufiger von Interessenten angesprochen und mit vielen Fragen konfrontiert. Mit diesem Beitrag möchten wir die Vorteile der Elektromobilität strukturiert auflisten und dabei selbstverständlich auch nicht die wenigen Nachteile verschweigen.

Die Vorteile der Elektromobilität im Überblick

 

Bedienung und Komfort

Bei einem Elektrofahrzeug fehlt für die Erwärmung des Innenraums die Abwärme eines Verbrennungsmotors. Warme Luft wird durch eine elektrische Heizung oder eine moderne Wärmepumpe in den Innenraum geleitet. Auch die Klimaanlage läuft nicht mit Hilfe des Riemenantriebs eines Verbrennungsmotors sondern wird elektrisch angetrieben. Diesen Umständen verdankend verfügt jedes Elektroauto über eine Standheizungs- und Kühlfunktion. Die Heiz- oder Kühlfunktion kann je nach Fahrzeug vorprogrammiert oder per App bedient werden.
Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor funktioniert die Klimaanlage nur bei laufendem Motor. Moderne Fahrzeuge mit Start-Stopp Funktion schalten den Motor nach kurzem Stillstand bereits ab und die Klimafunktion schaltet sich entsprechend aus. Bei hochsommerlichen Temperaturen wird der Innenraumtemperatursensor den nun folgenden Temperaturanstieg rasch bemerken und den Verbrennungsmotor wieder einschalten. Die Start-Stopp Funktion verliert somit ihre Wirkung.

Bei einem Elektrofahrzeug funktioniert die Klimaanlage immer - unabhängig von einem eingeschaltetem Motor.

Aktuelle Elektrofahrzeuge fahren noch lautlos. Die Geräusche des Elektromotors sind vor allem bei langsamen Geschwindigkeiten nur schwach wahrnehmbar. Bei fortschreitender Geschwindigkeit nehmen die Abrollgeräusche der Reifen zu und geben auch dem Elektrofahrzeug eine von aussen wahrnehmbare Geräuschkulisse mit. Dieses für den Fahrer angenehme lautlose Fahren kann für die restlichen und vor allem nicht motorisierten Strassenteilnehmer jedoch zur Gefahr werden. Die Gesetzgebung schreibt vor, dass neue Elektrofahrzeuge zukünftig bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h ein wahrnehmbares Geräusch erzeugen müssen.
Kann der Besitzer eines Elektrofahrzeuges sein Auto am Wohnort aufladen, erübrigen sich Ladestopps im Alltag. Abends wird das Fahrzeug eingesteckt und morgens kann mit einer vollen Batterie und bei Bedarf mit einem vorklimatisierten Auto losgefahren werden.
Elektrofahrzeuge profitieren immer häufiger von exklusiven Parkplätzen mit Lademöglichkeit. Sowohl der öffentliche Sektor wie auch Unternehmen bieten ihren Kunden immer häufiger auch spezielle Elektroparkplätze an. Sogar einzelne Privatpersonen bieten ihre private Ladestationen anderen Elektrofahrzeugbesitzern an. Leider werden die gut markierten Elektroparkplätze immer wieder von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor blockiert. Wir gehen aber davon aus, dass sich dieses Problem mit dem Durchsetzen der Elektromobilität automatisch entschärfen wird.

Fahrerlebnis

Eines der tollsten Fahreigenschaften eines Elektrofahrzeuges ist das Fahren lediglich mit dem Gaspedal. Wegen der hohen Rekuperation des Elektromotors wird das Auto stark verzögert, sobald der Fuss vom Gaspedal genommen wird. Die Rekuperation wandelt die Bewegungsenergie wieder in Strom für die Batterie um. Der Elektromotor wird so zwischenzeitlich zum Generator. Dank dieser Eigenschaft wird das Bremspedal nur noch für starkes Bremsen oder für den kompletten Stillstand benötigt.
Ein Verbrennungsmotor liefert das höchste Drehmoment bei einer spezifischen Umdrehungszahl – meistens erst bei sehr hohen Umdrehungen. Moderne Turbomotoren können ihr maximales Drehmoment bereits wesentlich früher und über ein grösseres Drehzahlband verteilt abgeben.

Bei einem Elektromotor steht das maximale Drehmoment bereits ab der ersten Umdrehung parat. Diese imposante Kraftentwicklung lässt ein Elektrofahrzeug aus dem Stand blitzartig beschleunigen. Es ist daher kaum verwunderlich, dass auf den ersten Metern jeder Sportwagen das Nachsehen hat. Nur bei höherer Umdrehungszahl geht dem Elektromotor dann allmählich die Puste aus.

Jeder der schon mal einen Smart der ersten oder zweiten Generation gefahren ist, kennt das Kopfnicken des Beifahrers bei jedem Gangwechsel. Da ein Verbrennungsmotor die maximale Effizienz und maximale Kraft nur in einem sehr schmalen Umdrehungsbereich hat, braucht es ein Getriebe mit mehreren Gängen, um dieses Drehzahlband in jedem Geschwindigkeitsbereich halten zu können.

Im Gegensatz dazu verfügt ein Elektrofahrzeug nur über ein Getriebe mit einer fixen Übersetzung. Die Beschleunigung findet also stufenlos und ohne Unterbruch statt.

Elektroautofahren entschleunigt. Diese Erfahrung haben zumindest wir gemacht. Wurden wir früher vom Sound des Motors und dem Blubbern des Auspuffes zu schnellem Fahren animiert, fahren wir heute mit unseren Elektroautos völlig entspannt. Dieses lautlose Dahingleiten passt aus unserer Sicht nicht mehr zu einem sportlichen Fahrstil.

Schnelles Fahren führt auch zu einem bisweilen hohen Mehrverbrauch und reduziert dabei die Reichweite deutlich. Bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor muss bei schnellem Fahren die Tankstelle einfach früher aufgesucht werden. Beim Elektroauto kann schnelles Fahren aber zu einer zusätzlichen Ladepause führen, wenn das Ziel noch erreicht werden soll.

Eine der grössten Kritikpunkte der aktuell verfügbaren Elektrofahrzeuge ist die geringe Reichweite. Bei einigen Modellen mit einer Reichweite von maximal 150 Kilometer mag diese Kritik auch gerechtfertigt sein. Neben Tesla haben jedoch auch andere Modelle alltagstaugliche Reichweiten von 300 bis 500 Kilometer. Nächstes Jahr werden noch weitere Modelle folgen.

Auch bei Langstrecken wie beispielsweise einer Urlaubsfahrt sind Reichweiten von 300 bis 500 Kilometer völlig ausreichend. Die wenigsten werden Langstrecken ohne Pausen durchfahren. Und wer kleine Kinder hat weiss, dass die geplanten Pausen meist früher eingelegt werden müssen.

Das Schönste an den Ladestopps jedoch sind die Begegnungen mit Besitzern von anderen Elektrofahrzeugen und die Gespräche mit den an der Elektromobilität interessierten Menschen.

Kosten

Die Stromkosten sind seit geraumer Zeit tief. Aus diesem Grund fallen die Energiekosten für ein Elektrofahrzeug auch deutlich tiefer aus, als die Treibstoffkosten für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Wir haben diese Kosten für ein Tesla Model mit seinen Verbrenner-Kollegen berechnet.

Wie sich die Stromkosten in Zukunft entwickeln werden ist schwierig abzuschätzen. Mit der Verbreitung von Elektrofahrzeugen wird die Nachfragen nach Strom steigen und könnte den Strompreis nach oben treiben. Demgegenüber breitet sich jedoch die alternative Stromerzeugung immer mehr aus und wird zum grossen Teil von Privaten und Unternehmen gestellt. Dadurch wird die Nachfrage bei den hiesigen Stromanbietern sinken.

In einigen Kantonen werden Elektrofahrzeuge steuerlich begünstigt oder entfallen gänzlich der Fahrzeugsteuerpflicht. Eine Übersicht über die kantonalen Unterschiede liefern wir gerne mit.

Wie lange solche Steuervergünstigungen noch existieren werden ist fraglich. Zukünftig muss sicherlich damit gerechnet werden, dass diese Privilegien entfallen werden, denn durch die Verbreitung der Elektrofahrzeuge entgehen dem Kanton grössere Erträge aus der Fahrzeugsteuer.

Viele Versicherungen wie beispielweise Helvetia oder Zurich stufen Elektrofahrzeuge bereits heute günstiger ein als im Vergleich zu einem ähnlichen Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Das Einholen verschiedener Offerten kann sich lohnen.
Im Vergleich zu einem Verbrennungsmotor verfügt ein Elektromotor über einen Bruchteil der nötigen Bestandteile. Die Technik der Antriebseinheit von Elektromotor und Übersetzungsgetriebe ist ebenfalls deutlich simpler als die hochkomplexe Technik eines Verbrennungsmotors mit Abgasrückführung, Nachbehandlung der Abgase mittels AdBlue und die vielen, vielen weiteren nötigen Komponenten. So gesehen fehlen dem Elektrofahrzeug etliche Teile die im Betrieb verschleissen oder kaputt gehen können. Grundsätzlich sind der Elektromotor sowie die Batterie sogar wartungsfrei und benötigen keinen Service. Dank der Rekuperation des Elektromotors muss die Bremse auch viel weniger betätigt werden und erhöht damit die Laufzeit von Bremsscheibe und Bremsklötze deutlich.
Die Automobilhersteller von Elektrofahrzeugen geben auf die Antriebs- und Batteriekomponenten sehr lange Garantiezeiten. Auf die Antriebseinheit werden häufig 2 bis 4 Jahre und auf die Hochvoltbatterie meistens 8 Jahre Garantie gegeben. Angst vor der zum Teil noch neuen Technik besteht somit keine.

Ökologie

Die neusten Studien zeigen ein klares Bild für die Umweltfreundlichkeit von Elektrofahrzeugen im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Eine gute Studie von Mercede-Benz haben wir analysiert.
Auch wenn heute noch nicht der ganze Strom durch erneuerbare Techniken erzeugt wird, so fährt jedes Elektroauto dennoch lokal emissionsfrei und leistet einen guten Beitrag an besserer Luft in den Innenstädten.
Wer in einem eigenen Haus wohnt kann durch Montage einer Solaranlage einen grossen Teil der nötigen Energie für das Elektrofahrzeug selbst erzeugen. Bei einem Verbrennungsmotor ist immer eine Abhängigkeit von Treibstoffanbieter und Ölförderfirmen vorhanden.

 

Nachteile

Elektrofahrzeuge sind leider immer noch teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor. Da vor allem die Batterien einen grossen Teil des Fahrzeugpreises ausmachen, sind die Fahrzeuge somit auch direkt an die Preise der Hochvoltbatterien gekoppelt. Der Preis pro Kilowattstunde sinkt jedes Jahr und dürfte in einigen Jahren unter 100 US Dollar pro Kilowattstunden sinken. Spätestens dann werden Elektrofahrzeuge gleich teuer, wenn nicht sogar günstiger als vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sein.
Leider fehlt es noch an einer flächendeckenden und guten Ladeinfrastruktur. Es werden freilich immer mehr Ladestationen gebaut, dennoch müssen vor allem längere Strecken nach wie vor genau geplant werden um am Zielort auch eine Lademöglichkeit vorzufinden.
Bei der Abrechnung der Stromkosten an den Ladesäulen hat sich leider bisher noch kein Standard etabliert. Daher verwenden die Anbieter auch alle ihre eigenen Abrechnungsmethoden die manchmal sehr kompliziert ausfallen können. Neben diversen Karten der Anbieter sind auch spezielle Apps im Umlauf oder die Ladesäule kann per SMS freigeschalten werden.
Durch die noch mager ausgebaute Ladeinfrastruktur fallen die Hürden für Besitzer von Elektrofahrtzeugen ohne Lademöglichkeit am Wohnort zuweilen hoch aus. So müssen zwischenzeitlich vor der Heimfahrt extra Umwege gefahren werden, um das Elektrofahrzeug an einer Schnellladesäule aufzuladen.

 

Für weitere Informationen verweisen wir gerne auf die detaillierten Erfahrungsberichte zu unserem Tesla Model X und unserem Mercedes-Benz B250e. Alle wichtigen Informationen zu einem Tesla finden sich darüber hinaus in unserer umfangreichen Kaufberatung.

 

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