Elektroautos am Genfer Automobilsalon 2018

Alle Jahre wieder grüsst das Murmeltier. In diesem Sinne begrüsst der Genfer Automobilsalon jedes Jahr die europäischen Auto Interessierten aufs Neue und läutet den Automobilfrühling in Europa ein. Wir werfen einen Blick nach Genf und zeigen alle Neuheiten der Automobilhersteller in Sachen Elektromobilität. Vorweg zeigt sich bereits, dass neben einigen serienreifen Elektroautos auch viele neue Konzeptstudien präsentiert werden.

Jaguar I-Pace

Jaguar I-Pace
Jaguar I-Pace, © gims.swiss

Mit Sicherheit findet sich eines der spannendsten Autos am Jaguar Messestand. Die Briten zeigen in Genf das Serienmodell ihres ersten Elektroautos. Wir haben den I-Pace bereits mit seinen direkten Konkurrenten verglichen und haben ebenfalls einen Preisvergleich mit dem Tesla Model X vorgenommen. Das von zwei Elektromotoren angetriebene SUV kann bereits ab CHF 82’800 bestellt werden. Die Auslieferungen starten im zweiten Halbjahr 2018. Der I-Pace besitzt eine 90 Kilowattstunden Batterie und soll gemäss neuem Prüfzyklus WLTP eine Reichweite von bis zu 480 Kilometer erreichen. Dank dem hohen Drehmoment von knapp 70 Nm beschleunigt der 2.2 Tonnen schwere Brite in 4.8 Sekunden auf Tempo 100 km/h. Mit einer Länge von 4.68 Meter bietet er Platz für 5 Passagiere und lässt den Kofferraum mit 638 Liter befüllen.

Hyundai Kona electric

Hyundai Kona electric
Hyundai Kona electric, © gims.swiss

Ein weiteres Highlight liefern die Südkoreaner. Auf dem Hyundai Stand findet sich nicht nur der bereits seit Ende 2016 erhältliche und populäre Ioniq, sondern präsentiert wird den Besuchern auch der neue Kona electric. Der bereits in einer Verbrennungsversion erhältliche Kona haben die Südkoreaner äusserlich nur leicht modifiziert. Unter der Haube wurde dafür der komplette Antriebsstrang mit einer Batterie und einem Elektromotor ersetzt. Den neuen Kona electric haben wir bereits durchleuchtet. Der Kona electric wird es in zwei Versionen mit unterschiedlicher Leistung und mit verschiedener Batteriegrösse geben und wird demnächst erhältlich sein.

Nissan Leaf

Nissan Leaf
Nissan Leaf, © gims.swiss

Die Japaner zeigen in Genf die Europaversion des neuen Leafs. Als Hersteller des bisher meist gebauten Elektrofahrzeugs besteht verständlicherweise das Bestreben an diesen Erfolg mit dem neuen Leaf anzuknüpfen. Das die Karten dabei gut stehen, haben wir bereits in einem eigenen Bericht gezeigt. Mit neuen technischen Raffinessen wie dem e-Pedal oder dem Pro Pilot, dass die Japaner unter dem Slogan Nissan Intelligent Mobilty zusammenfassen, möchte der Leaf ganz vorne dabei sein. Der neue Leaf kann ab CHF 35’790 bestellt werden. Dafür gibt es einen Elektromotor mit einer Leistung von 110 Kilowatt und einer Batterie mit 40 Kilowattstunden. Damit sind Reichweiten bis 400 Kilometer möglich. Eine grössere Batterie mit 60 Kilowattstunden wird zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar sein.

Audi e-tron

Audi e-tron quattro
Audi e-tron quattro, © gims.swiss

Audi hat es leider nicht geschafft, das Serienmodell ihres ersten vollelektrischen Autos am Automobilsalon auszustellen. Ursprünglich war angedacht, dass in Genf der per Ende Jahr erhältliche e-tron quattro zu sehen sei. Nichts desto trotz haben die Ingolstädter einen weiteren seriennahen Prototypen im Gepäck der rund um Genf seine Runden dreht. Der in Tarnfolie beklebte e-tron quattro zeigt bereits gut die Formen, Proportionen und die Grösse des zukünftigen Elektro-SUVs. Laut Aussage sind rund 250 Prototypen im Einsatz, die am Ende der diversen Testzyklen zusammen rund fünf Millionen Kilometer absolviert haben werden. Bestückt ist das Elektroauto mit drei Elektromotoren und einer 95 Kilowattstunden Batterie. Damit sollen Reichweiten bis 500 Kilometer möglich sein. Auch den e-tron haben wir bereits mit seinen direkten Konkurrenten verglichen. Audi nimmt bereits Reservierungen entgegen.

Renault Zoe

Renault Zoe
Renault Zoe

Pünktlich zum Genfer Automobilsalon rüstet Renault den beliebten Zoe auf. Der neue Elektromotor R110 leistet neu 80 Kilowatt (109 PS) und soll dem Franzosen zu etwas mehr Spritzigkeit verhelfen. An der Reichweite hat sich dagegen nichts geändert. Unter Laborbedingungen sind 400 Kilometer möglich. In der Realität sprechen die Franzosen von rund 300 Kilometer. Der neue Elektromotor wird es in unterschiedlichen Ausbausstufen auch im Kangoo Z.E., dem kommenden Transporter Master Z.E. und auch in den Elektroversionen von Smart Fortwo und Forfour zu finden sein. Neben dieser technischen Änderung hat Renault dem Zoe eine neue Touchscreen Multimediaeinheit (R-Link Evolution) mit Smartphone Anbindung und diversen Apps spendiert.

Porsche Mission E Cross Turismo

Porsche Mission E Cross Tourismo
Porsche Mission E Cross Tourismo, © gims.swiss

Die Stuttgarter zeigen in Genf eine neue Konzeptstudie, die bereits einen seriennahen Ausblick auf zukünftige Elektrofahrzeuge von Porsche liefern soll. Die Studie in Form eines viertürigen Coupés im Offroad-Look wird sowohl auf der Strasse wie auch im leichten Gelände eine gute Figur machen. Kurz gefasst kann auch von einem Offroad-Panamera mit Elektroantrieb ausgegangen werden. Die Eckdaten liefern einen Wert von 0 bis 100 km/h in 3.5 Sekunden und eine Reichweite von 500 Kilometern. Das 800 Volt System soll Schnellladungen zu 80% in nur 15 Minuten ermöglichen. Vollautonomes Fahren soll der Porsche nicht bieten. Der Fahrer soll weiterhin die Freude am Fahren selber erfahren und vom Fahrzeug durch diverse technische Helferlein unterstützt werden.

Skoda Vision X

Skoda Vision X
Skoda Vision X, © gims.swiss

Mit dem Vision X zeigen die Tschechen einen ersten Einblick in die zukünftige Produktpalette von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Skoda bezeichnet Vision X als eine Hybridstudie, ohne aber dabei konkrete Informationen zum möglichen Antrieb zu nennen. Bis 2025 will die tschechische Marke im Volkswagen Konzern neben reinen Elektrofahrzeugen auch Plug-In Hybride im Angebot haben. Dann soll jedes vierte ausgelieferte Fahrzeug über einen alternativen Antrieb verfügen. Mit Vision X zeigt Skoda zusätzlich auch die neue Formensprache zukünftiger Modelle. Kompakte Proportionen und klare Linien prägen das Erscheinungsbild. Auch im Innenraum dominieren klare Linien den optischen Eindruck. Wir sind gespannt auf die ersten seriennahen Studien der Tschechen.

Microlino von Micro

Microlino
Microlino, © gims.swiss

In Genf präsentiert Micro, der bisher hauptsächlich für Kickboards und Trottinetts bekannt ist, sein erstes Auto – ein Elektrofahrzeug. Die Verwandschaft zur BMW Isetta aus den 50er Jahren ist nicht von der Hand zuweisen und von den Machern auch bewusst so gewollt. Wie beim Original öffnet die einzige Türe nach vorne und öffnet den Weg zur Sitzbank. Darauf können zwei Passagiere platz nehmen. Der Kofferraum schluckt 300 Liter und ist für ein so kleines Auto richtig gross. Mit einer Länge von 2.43 Meter findet sich überall ein Plätzchen um die kleine Knutschkugel abzustellen. Der Microlino gibt es mit zwei Batteriegrössen. Mit den 8 oder 14.4 Kilowattstunden sind Reichweiten von 120 bis 215 Kilometer möglich. Maximal rennt der Kleine 90 km/h schnell. Der Verwendungszweck des Microline liegt dabei klar im urbanen Umfeld und wurde so auch im Fahrzeug konsequent umgesetzt. Die Produktion startet Mitte 2018.

Volkswagen I.D. Vizzion

Volkswagen I.D. Vizzion
Volkswagen I.D. Vizzion, © gims.swiss

Volkswagen präsentiert in Genf ein weiterer Ableger ihrer I.D. Familie. Mit dem I.D. Vizzion zeigen die Wolfsburger eine mögliche Oberklasse-Limousine und geben damit einen Einblick in ihre Vorstellung des vollautonomen Fahrens. Das Besondere am I.D. Vizzion ist das fehlende Lenkrad. Das Konzept ist klar auf Komfort ausgelegt und bietet den Passagieren ein maximales Raumgefühl. Die Türen öffnen sich gegenläufig und bieten ohne die störende B-Säule einen sehr grossen Einstieg ins Fahrzeug. Auf den vier Einzelsitzen lässt es sich nicht nur sehr entspannt reisen, sondern ermöglichen eines bequemen Zeitvertreib dank integriertem Internetanschluss. Bedienen lässt sich das Fahrzeug überdies mittels Gesten- und Sprachsteuerung. Die kommende Serienversion wird 2022 erwartet und wird dann doch noch über ein Lenkrad verfügen um ein teilautonomes Fahren von Level 3 oder 4 zu ermöglichen. Zudem wird mit einer Reichweite von 665 Kilometer gerechnet. Dafür erhält das 5.11 Meter lange Flaggschiff eine 111 Kilowattstunden Batterie. Mit einer Leistung von 225 Kilowatt beschleunigt der I.D. Vizzion auf 180 km/h.

 

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