Keyless Go erhöht den Komfort aber auch das Diebstahlrisiko

Moderne Autos können immer häufiger mit Keyless Go bestellt werden, oder haben dieses Extra wie bereits bei Tesla serienmässig dabei. Dank Keyless Go kann der Autoschlüssel beim Entriegeln und Starten bequem in der Hosentasche verweilen. Ein manuelles Betätigen der Zentralverriegelung mit dem Schlüssel entfällt. Kein Wunder also, dass Keyless Go Systeme vermehrt an Bedeutung gewinnen. Doch dieses Komfort-Feature birgt auch grosse Risiken. Mit speziell ausgestatteten elektronischen Helferlein war der Autodiebstahl noch nie so einfach. Zumal diese elektronischen Geräte schon für kleines Geld zu haben sind. Langfinger machen sich diesen Zustand zu Nutze und entwenden mit Keyless Go ausgestattete Fahrzeuge in Rekordzeit. Dabei hinterlassen sie keine Spuren. Mittlerweile grassieren viele Videos von Überwachungskameras im Internet und dokumentieren das genaue Vorgehen der Autodiebe.

Autobesitzer können sich jedoch zum Teil davor schützen. Bevor wir jedoch auf die Möglichkeit eingehen, wollen wir die Funktionsweise von modernen Keyless Go Systemen aufzeigen. Um ein Auto mit Keyless Go zu entriegeln, reicht es aus, wenn sich die Hand bis auf wenige Zentimeter dem Türgriff nähert. Ein im Fahrzeug eingebauter Näherungssensor registriert dies und weckt das System aus dem Schlafmodus auf. Das System sendet anschliessend ein Anfragesignal über mehrere im Auto verbaute Antennen aus und wartet auf die Bestätigung des Autoschlüssels. Befindet sich der Autoschlüssel in Reichweite, empfängt dieser das vom Fahrzeug gesendete Signal, decodiert es und sendet es mit der neuen Codierung wieder zurück. Ein Steuergerät im Fahrzeug überprüft anschliessend das empfangene Signal und prüft die Codierung. Stimmt diese überein, wird das Fahrzeug entriegelt. Dieser Vorgang spielt sich auch beim Starten des Motors ab.

Fahrzeuge mit Keyless Go werden ohne Spuren zu hinterlassen gestohlen

Die meist professionell operierenden Diebesbanden sind in den seltensten Fällen im Besitz des nötigen Autoschlüssels um das Fahrzeug zu entwenden. Wegen der Bequemlichkeit und der häufig ähnlichen vorfindenden Gegebenheiten der Fahrzeughalter benötigen sie den Autoschlüssel auch nicht. Die meisten Autobesitzer bewahren die Autoschlüssel nämlich bei der Haustüre auf und machen es den Dieben somit besonders leicht. Und so gehen sie dann vor: Zu zweit tauchen sie in der Dunkelheit auf. Während sich der eine der beiden Diebe beim Auto positioniert, geht der andere zur Haustüre. Beide Diebe sind mit den elektronischen Geräten ausgerüstet, die die oben beschriebenen Signale empfangen und weiterleiten können. Durch diese Reichweitenverlängerung glaubt das Fahrzeugsystem nun, dass sich der Schlüssel in der Nähe des Autos befindet, obwohl dieser nach wie vor im Haus liegt. Ist die Autotür erst mal offen, setzt sich der Dieb ins Fahrzeug und kann danach auch den Motor auf ähnliche Weise starten. Denn auch hier meint das Fahrzeugsystem den Schlüssel im Fahrzeuginnenraum zu orten. Sobald der Motor läuft, steigt auch der zweite Dieb ein und beide machen sich mit dem erbeuteten Auto aus dem Staub. So schnell wie sie gekommen sind, so schnell sind sie auch wieder verschwunden. Zurück bleiben am nächsten Morgen nur die verdutzten Fahrzeughalter und die gerufene Polizei die keine Spuren sichern kann.

Diese Sicherheitslücke ist den Fahrzeughersteller seit Jahren bekannt, doch unternommen haben sie dagegen noch nichts. Aus Kostengründen lässt die Autoindustrie verlauten. Dabei gebe es längst günstige technische Möglichkeiten um diesem Risiko Herr zu werden. Continental – einer der führenden Autozulieferer – hat jüngst ein Keyless Go System entwickelt das künftig besser vor Diebstahl schützen soll. Dabei wird im Schlüssel ein Bewegungssensor integriert, der den Schlüssel komplett abschaltet, wenn er nicht bewegt wird. Damit könnten keine Signale von Fremden abgefangen werden, wenn der Schlüssel irgendwo abgelegt wird. Diese Technik würde den Schlüssel in der Serienproduktion etwa 15 Prozent teurer machen. Nur gerade BMW, Ford und Mercedes kündigen für zukünftigen Autoschlüssel die Integration der entsprechenden Technik an.

Rydges Secure Bag Privacy Case

Bis die Automobilhersteller ihre Autoschlüssel aufgerüstet haben, müssen Konsumenten selber aktiv werden und ihre Schlüssel gegen unerwünschtes Abfangen der Signale absichern. Dazu eignen sich Handytaschen, die vor den Strahlen schützen. Wir haben uns das Rydges Secure Bag Privacy Case besorgt und sind mit der Funktionsweise sowie der Qualität zufrieden. In der Tasche finden beide Tesla Schlüssel bequem Platz.

Ausblick: Tesla Model 3 nutzt das Smartphone als Schlüssel

 

Tesla Model 3 Schlüsselkarte, © Tesla

Beim Tesla Model 3 erhält der Kunde keine gewöhnlichen Schlüssel mehr. Tesla übergibt dem Smartphone diese Aufgabe. Dabei erkennt das Fahrzeug den herantretenden Besitzer über das gekoppelte Smartphone und entriegelt die Türen entsprechend. Auch der Startvorgang funktioniert wie bei üblichen Keyless Go Systemen – nur eben mit dem Orten des Smartphones. Alternativ erhalten die Kunden eine kleine Plastikkarte mit der das Fahrzeug ebenfalls geöffnet und gestartet werden kann. Dabei muss die Karte fürs Entriegeln an der B-Säule gehalten und fürs Starten in der Mittelkonsole bei den Getränkehaltern platziert werden. Wie sicher diese Systeme in der Praxis funktionieren wird sich noch zeigen müssen. Neben dem Smartphone als Schlüssel können Tesla Fahrzeuge auch mittels der Tesla App geöffnet und gestartet werden.

 

Beitrag teilen