Unser ehemaliges Tesla Model S 60

Tesla Model S 60

Ende September 2016. Nach nicht enden wollenden dreieinhalb Monaten Wartezeit war es endlich soweit und meine Frau und ich durften unseren langersehnten Traum abholen. Ein weisses Model S 60 stand geschmückt mit roter Schleife im Auslieferungsbereich des Tesla Service Centers Möhlin. Ein toller Anblick diese elegante und schnittige Form untermalt vom leuchtenden Lackkleid.

Mit der Einführung des Model S 60 als neues Basisfahrzeug und dem damit verbundenen fallenden Einstiegspreis in die Teslafamilie konnten auch wir uns einen Tesla leisten. Die einzigen beiden Optionen waren schwarze Ledersitze der neuen Generation und der Autopilot, den wir uns erst kurz vor Auslieferung aktivieren liessen, da er zuvor nicht im Budget passte.

Der Silicon Valley Spirit

Unser Model S 60 bei der Auslieferung
Unser Model S 60 bei der Auslieferung

Die ersten Tage mit dem Model S waren einzigartig. Vor allem genossen wir den Silicon Valley Spirit der quasi kostenlos mit dem Fahrzeug mitgeliefert wird. Vom Fahrgefühl, der Bedienung über den technischen Stand schien er fast wie aus einer anderen Zeit zu kommen – oder eben aus einem der innovativsten Orte der Welt: dem Silicon Valley. Manche sprechen auch von einem iPad auf Rädern und Treffen mit diesem Vergleich ins Schwarze. Nicht nur dass der 17 Zoll Touchscreen einem überdimensioniertem iPad gleicht, mit dem Model S war es Tesla als erste gelungen, die Elektromobilität aus der verstaubten Schublade zu holen und als innovatives Designprodukt im Markt zu etablieren. In ähnlicher Weise war es Apple mit dem iPad gelungen, Tablet-Computer salonfähig zu machen und den Heimcomputer in die Schranken zu weisen.

Elektromobilität braucht ein bescheidenes Umdenken

Mit einem Elektroauto ist es noch nicht möglich vollgetankt und ohne Unterbruch 1000 Kilometer zu fahren, wie das mit dem einen oder anderen Diesel verbrennenden Fahrzeug problemlos möglich ist. Nur wer fährt so lange Strecken ohne Pausen? Wir nicht.

Unser Model S am Supercharger in Dietikon
Unser Model S am Supercharger in Dietikon

Die aktuell entscheidensten Vorteile eines Teslas im Vergleich zur Elektromobil-Konkurrenz sind die im Vergleich zur Konkurrenz grosse Reichweite und das verfügbare europaweite Schnellladenetz – Supercharger genannt. In dieser Kombination sind auch Langstrecken kein Problem und verlangen nur ein bescheidenes Umdenken. Fahrziel eingeben und losfahren. Das Auto kümmert sich um den Rest und meldet die benötigten Pausen an den jeweiligen Supercharger. Im Klartext muss alle 200 bis 300 Kilometer ein Zwischenhalt von 20 bis 30 Minuten eingelegt werden. Für Familien mit Kindern kann diese Strecke bereits zu einer Herausforderung werden, wenn die Kleinen vor Langeweile im Auto ihre Füsse früher vertreten wollen.

Ein Umdenken braucht es bei den alltäglichen Fahrten. Das wird jedoch auf ein Minimum reduziert, wenn das Auto zu Hause mittels einer Wallbox geladen werden kann. Wir haben für unseren Tesla einen Tesla Wall Connector installiert und können mit einer Leistung von 11 KW ca. 50 Kilometer Reichweite pro Stunde nachladen. Im Alltag richten wir uns nach entsprechend verfügbaren öffentlichen Ladestationen und gehen zum Beispiel meistens dort einkaufen, wo Elektroautos geladen werden können. Auch Parkhäuser werden anhand vorhandener Lademöglichkeit  ausgewählt. Da immer mehr Parkplätze mit Ladestationen ausgestattet werden, müssen bei der Auswahl immer weniger Kompromisse eingegangen werden.

Tesla ist stets im Wandel

Die Monate verflogen und wir verstanden uns mit unserem Tesla inzwischen bestens. Eines Tages erhielt ich eine E-Mail von Tesla mit neuen Angeboten. Darunter wurde auch über den neuen Leasingzins von 0.25% informiert. Mich traf geradewegs der Schlag. Für unseren Tesla hatten wir im Leasingvertrag einen Zins von weit über 4% stehen. Bei einer Laufzeit von fünf Jahren sprechen wir hier von mehreren Tausend Franken Leasingzins.

In den vergangenen Monaten hatte Tesla auch die Ausstattungspakete wieder neu geschnürt und das 60er Modell erneut aus dem Programm genommen. Die elektrische Heckklappe, die wir gerne gehabt hätten, für die wir aber das teure Premium-Upgradepakte hätten wählen müssen, gehörte nun wie das neu eingeführte Glasdach zur Serienausstattung. Diese schnellen Wechsel in der Ausstattungs- und Preispolitik sind Teil von Tesla und können sowohl für Begeisterung als auch für etwas Frustration sorgen, denn der ideale Zeitpunkt für eine Bestellung gibt es in der Teslawelt nicht.

Neues Model S oder sogar ein X?

Kurzerhand habe ich meinen Sales Advisor angerufen und einen Termin mit ihm vereinbart. Mit dem Ziel unser Model S 60 mit einem neuen und besser ausgestatteten Model S 75 zu tauschen, trafen wir an einem Samstagmittag im Service Center Möhlin ein. Ein geeignetes Model S 75 als Bestellfahrzeug war auch schnell gefunden und die Rechnung wäre sogar ohne grosse Mehrkosten aufgegangen. Doch da witterte meine Frau, die seit der Lancierung ein grosser Model X Fan ist, ihre Chance, und wenig später sassen wir bereits im Model X für eine Probefahrt.  Zufrieden und um ein zusätzliches Model X Angebot reicher, balancierten wir in den folgenden Tagen immer zwischen Model S und X hin und her. Auf der Zielgeraden konnte sich das Model X trotz schwererem Rucksack in Form höherer Raten durchsetzen und zog letztendlich am Model S vorbei. Unsere Erfahrungen mit dem Model X finden sich ein einem anderen Beitrag.

Das Interesse an Tesla ist auch bei den Gebrauchten hoch

Bis zur Übergabe sollten noch knapp zwei Monate vergehen, in denen wir für unser Model S einen neuen Besitzer suchen wollten. Die Eintauschpreise bei Tesla sind vorsichtig ausgedrückt sehr bescheiden. Meine Kalkulationen für ein Model X versprachen allerdings nur realisierbare Aufwände, wenn wir unser Model S auf dem Privatmarkt verkaufen konnten und nicht als Eintauschfahrzeug bei Tesla abgeben mussten. Die Suche nach einem neuen Besitzer gestaltete sich glücklicherweise viel einfacher als zu Beginn befürchtet. Denn dank dem grossen Interesse an Tesla war ein erster Interessent schnell gefunden, der nach der Probefahrt und seiner ersten Fahrt im Tesla überhaupt, direkt von unserem Model S angetan war. So kam es wie es kommen musste und unser Model S verbringt zwischenzeitlich eine schöne Zeit im Wallis.

 

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