Unterschiede beim Tesla Autopilot 1, 2, 2.5, 3 & autonomen Fahren

Mittlerweile gibt es den Tesla Autopiloten in der dritten Generation. In dieser Zeit hat sich der Autopilot kontinuierlich entwickelt und weiter verbessert. Neben der Autopilot Funktion bietet Tesla auch die volle Tauglichkeit für autonomes Fahren als Option an. Vor Kurzem hat Tesla am Autnomy Investor Day viele Einblicke in die Entwicklung des automones Fahrens gegeben sowie die neuste Autopilot Hardware 3.0 vorgestellt. Für viele Kunden und Interessierte scheint jedoch nie ganz klar zu sein, welche Funktionen von welcher Autopilot Generation unterstützt werden. Die folgende Übersicht soll an dieser Stelle Abhilfe schaffen.

 Autopilot 1 (10.14 bis 10.16)Verbesserter Autopilot (AP 2/2.5)Autopilot 2019 (AP 3) Volle Tauglichkeit für autonomes Fahren
automatisches Lenken, Beschleunigen und Bremsenxxxx
Automatisches Überholen auf Autobahnenxx
Navigieren mit Autopilot-Funktionalitätxx
visuelle Verkehrszeichen-erkennungx
Einparkautomatik: paralleles und rechtwinkliges Einparkenxxx
Herbeirufen (Summon): Vorwärts, Rückwärtsxxx
Erweitertes Herbeirufen auf Parkplätzen (enhanced Summon): x
Dashcam Funktionx (nur AP 2.5)xx
Sentry Mode (Wächtermodus)x (nur AP 2.5)xx
Ampel-/Stoppschilder Erkennung mit Anhalte-/Anfahrautomatik (Ende 2019)x
Automatisches Fahren innerorts (Ende 2019)x
voll autonomes Fahren (2020)x
Tesla Network - Robotaxi Funktionalität (2020 ff.)x

Tesla Autopilot 1

Die erste Generation des Autopiloten wurde vom israelischen Unternehmen Mobileye unter dem System EyeQ3 entwickelt und von Tesla übernommen. Die Hardware dafür wurde bei Fahrzeugen von Oktober 2014 bis Oktober 2016 verbaut. Das System basiert auf einem Frontradar, einer schwarz/weiss Frontkamera sowie Ultraschallsensoren. Das System ermöglicht automatisches Lenken, Beschleunigen und Bremsen unter Berücksichtigung von Fahrzeugen und Fussgängern auf seiner Spur. Zusätzlich ermöglicht das System einfaches Herbeirufen (Summon) und automatisches Parken (vorwärts, seitwärts). Das System erkennt mit Hilfe der Kamera ebenfalls Strassenschilder. Diese Funktionalität hat Tesla bei den nachfolgenden Autopilotversionen noch nicht implementiert.

Der Autopilot der ersten Generation ist in seinem Umfang abgeschlossen und wird von Tesla nicht mehr weiter verbessert.

Tesla Autopilot 2 und 2.5

Die zweite Autopilot Generation wurde von Tesla auch als verbesserte Autopilot-Funktionalität bezeichnet und wurde in Zusammenarbeit mit Nvidia entwickelt. Die dafür nötige Hardware 2 wurde von Oktober 2016 bis August 2017 verbaut. Das System besteht aus einem Frontradar, 8 Kameras die eine 360 Grad Rundumsicht ermöglichen, sowie 12 verbesserten Ultraschallsensoren. Ab August 2017 wurde die verbesserte Hardware 2.5 verbaut. Diese umfasst einen leistungsstärkeren Prozessor, ein Frontradar von Continental sowie Farbkameras. Gerüchten zufolge sollen die Kameras der AP 2 Hardware nur ein schwarz/weiss mit zusätzlichen Rot-Kanal Bild lieferen.

Der AP 2.5 ist an drei kleinen Lüftungsschlitzen an der hinteren Abdeckung des Innenspiegels zu erkennen. Diese Lüftungsschlitze fehlen beim AP 2.

Die zweite Generation des Autopiloten hat im Vergleich zur ersten Generation folgende zusätzliche Funktionen: Automatisches Überholen auf Autobahnen; Navigieren mit Autopilot-Funktionalität (in der Schweiz noch ausstehend). Die Hardware 2.5 unterstützt zudem die Dashcam sowie die Sentry (Wächtermodus) Funktionen.

Damit sind die Funktionsumfänge des erweiterten Autopiloten abgeschlossen und zukünftige Autopilot-Erweiterungen bleiben der Option „Volle Tauglichkeit für autonomes Fahren“ vorenthalten. Es kann lediglich mit Software-Verbesserungen auf Basis der Hardware 2.5 gerechnet werden. Z.B. eine 360-Grad Kamera-Sicht beim Parkieren als mögliche zukünftige Erweiterung.

Tesla Autopilot 3

Der Autopilot 3 kann einerseits als die vor kurzem vorgestellte neue Hardware 3 aber auch als reduzierte Autopilotfunktionen bezeichnet werden.

Die Hardware 3 – auch als FSD Hardware (full self driving) bekannt –  wurde von Tesla von Grund auf neu entwickelt und besitzt eine im Vergleich zur Hardware 2.5 um 21-fache leistungsstärkere Recheneinheit. Ist die Hardware 2.5 fähig rund 110 Bilder pro Sekunde zu verarbeiten, kann die neue Hardware 3 rund 2’300 Bilder pro Sekunde verarbeiten. Erst mit dieser neu entwickelten Hardware wird vollständig autonomes Fahren überhaupt möglich sein.

Auf der anderen Seite hat Tesla auch an der aufpreispflichtigen Autopilot Option geschraubt. Seit ungefähr Anfang 2019 bietet Tesla bei Neufahrzeugen eine abgespeckte Autopilot Version 2019 an. Diese umfasst nur noch automatisches Lenken, Beschleunigen und Bremsen. Zu Beginn musste dafür noch ein Aufpreis von CHF 3’200.- in Kauf genommen werden. Mittlerweile gehört diese abgespeckte Autopilot Version zur Serienausstattung. Mit der letzten Anpassung nun auch beim Model S und X.

Volle Tauglichkeit für autonomes Fahren

In erster Linie geht es bei der Option „volle Tauglichkeit für automoes Fahren“ um die Fähigkeit, vollständig autonomes Fahren zu ermöglichen. Mit Einführung des Autopiloten der zweiten Generation hat Tesla diese Fähigkeit als kostenpflichtige Option im Angebot.

Für die „volle Tauglichkeit für autonomes Fahren“ wird immer die neue Hardware 3 vorausgesetzt. Alle Fahrzeuge die mit dieser Option bestellt wurden, oder bei denen diese Option nachträglich erworben wurde oder noch erworben wird, erhalten die neue Hardware 3 kostenlos nachgerüstet, falls das Fahrzeug noch über die Autopilot Hardware 2 oder 2.5 besitzen. Die Option „volle Tauglichkeit für autonomes Fahren“ kostet aktuell bei der Bestellung CHF 5’300.- und kann nachträglich für CHF 7’400.- aktiviert werden. Fahrzeuge mit der Autopilot Hardware 1 können nicht aufgerüstet werden.

Neue Model S und X werden seit März 2019 mit der neuen Hardware 3 ausgerüstet. Beim Model 3 erhalten alle Fahrzeuge mit Produktionsdatum ab ca. 12. April die neue Hardware.

Zukünftige Funktionserweiterungen im Bereich des Autopiloten und des autonomen Fahrens werden nur noch für Fahrzeuge mit aktivierter Option „volle Tauglichkeit für autonomes Fahren“ angeboten.

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