Vespa Elettrica und andere neue Elektro-Roller

China und Indien machen es den Europäern bei der urbanen Mobilität vor. Dort haben die Elektro-Roller längst die alten Zwei- und Viertaktmotörchen zum Schweigen gebracht. Entsprechend boomt der Markt für Elektro-Roller in diesen Ländern. Auch hierzulande scheint nun langsam ein Umdenken stattzufinden. Die Vorteile der Elektro-Roller sprechen eine deutliche Sprache und können nicht mehr verschwiegen werden. Effizienter und starker Antrieb, dem Einsatzzweck entsprechend grosse Reichweite sowie lokal emissionsfrei unterwegs sein, sind nur ein paar der zu nennenden Vorteile.

Mit der wachsenden Nachfrage drängen auch die asiatischen Hersteller mit ihren bereits vorhandenen und günstigen Produkten auf den europäischen Markt. Von diesem immer grösser werdenden Kuchen möchten auch die europäischen Hersteller vermehrt ihren Anteil abschneiden. Im Frühling 2018 wird Piaggio mit der bereits im 2016 vorgestellten Vespa Elettrica auf Kundenfang gehen. Mittlerweile tummeln sich sehr viele Anbieter von Elektro-Roller auf den Markt. Wir zeigen daher nur ein paar der vielversprechenden Neuheiten auf.

Piaggio

Piaggio Vespa Elettrica
Piaggio Vespa Elettrica, © Piaggio

Die Vespa Elettrica wird es in zwei Ausführungen geben. Als reine Elektrovariante sind je nach Fahrprofil bis 100 Kilometer möglich, bevor der Akku wieder für 4 Stunden an eine gewöhnliche Haushaltssteckdose muss. Eine Plug-in Hybridversion mit einer kleineren Batterie für 50 Kilometer Reichweite und einem Range Extender für weitere 150 Kilometer wird es ebenfalls geben. In beiden Varianten kommt ein Elektromotor mit einer Leistung von zwei Kilowatt sowie einem Drehmoment von 200 Nm zum Einsatz. Die Höchstgeschwindigkeit wird klassenüblich auf 45 km/h beschränkt. Die Vespa erhält neben Led Scheinwerfer und ein integriertes Ladekabel auch ein 4.3 Zoll Display und soll mittels Bluetooth mit dem Mobiltelefon und der dann verfügbaren App verbunden werden können. Neben diversen Informationen lassen sich dann auch Nachrichten anzeigen und eingehende Anrufe entgegennehmen. Zu den Preisen schweigen die Italiener noch. Diese dürften jedoch deutlich über die der asiatischen Konkurrenten liegen, die Einstiegselektro-Roller bereits unter CHF 2’000 anbieten.

Update August 2018
Die Produktion der Vespa Elletrica startet im September 2018. Erfahren Sie mehr dazu in unserem neusten Beitrag zur elektrischen Vespa.

Schwalbe

e Schwalbe
e Schwalbe, © my Schwalbe

Als weitere interessante Neuerscheinung bringt GOVECS GmbH eine Neuinterpretation des legendären Rollers aus der DDR Zeit zurück auf die Strassen. Die elektrische Version der Schwalbe kann bereits online konfiguriert und bestellt werden. Der modernisierte Roller gibt es in einer 45 km/h Version mit einem 4 Kilowatt starken Motor. Der stärkere 8 Kilowatt Elektromotor beschleunigt die Schwalbe stufenlos auf 90 km/h. Mit dem integrierten 5-Meter Ladekabel kann die Batterie an jeder Haushaltssteckdose in rund 4.5 Stunden vollgeladen werden. Mit einer Batterieladung (2.4 kWh) soll der Roller bis zu 63 Kilometer weit kommen. Alternativ kann eine zweite Batterie geordert werden, mit welcher sich die Reichweite auf 125 Kilometer erhöht. Die 8 kW Version gibt es nur mit grösserer Batterie und einer Reichweite von bis zu 90 Kilometer. Das 48-Volt-System kommt von Bosch und beinhaltet den Elektromotor, die Batterie, die Steuerungselektronik und auch das Ladegerät. Neben einer Led-Beleuchtung verfügt der Kult-Roller ebenfalls über ein LCD-Display. Die Preise starten bei 4’590 Euro für die 45 km/h Version respektive 5’800 Euro für die grosse Variante.

unu

unu Roller, © unu

Ein weiteres deutsches Start-up hat sich der urbanen Mobilität gewidmet. Das in Berlin ansässige Unternehmen unu GmbH setzt ebenfalls auf Bosch Komponenten. Ihr 45 km/h schneller Elektro-Roller gibt es in drei Leistungsstufen von 1 bis 3 Kilowatt sowie mit einer oder zwei Batterien. Damit sind 50 bis 100 Kilometer möglich. Die herausnehmbare Batterie von LG kann bequem an jeder Haushaltssteckdose in 5 Stunden vollgeladen werden. Der Motorroller ist für zwei Personen zugelassen. Die Preise bewegen sich je nach Version zwischen CHF 2’559 und CHF 3’879.

Peugeot

GenZe 2.0
GenZe 2.0, © Peugeot

Die Franzosen bringen 2018 den GenZe 2.0 Elektro-Roller auf den Markt. Der von Mahindra in Indien gebaute Roller beschleunigt in rund 10 Sekunden auf 45 km/h. Bestückt wird der Roller mit einem Elektromotor mit einer Leistung von 2.7 Kilowatt. Die herausnehmbare Batterie ist in 4 Stunden an jeder handelsüblichen Steckdose vollgeladen und soll für eine Reichweite von 50 Kilometer sorgen. Eine Led-Lichtanlage sowie ein LCD-Display und eine App-Kontrolle gehören zur Standardausstattung. Preise sind noch nicht bekannt.

Niu

Niu N1s
Niu N1s, © Niu

Der chinesische Hersteller Niu hat sich mittlerweile in Europa einen Namen machen können. Neben den bereits erhältlichen Modellen N1s und M1s werden die Chinesen 2018 vier weitere Modelle auf den europäischen Markt bringen. Mit dem N-U Pro spricht Niu vor allem urbane Fahrer an, die vorwiegend in der Stadt unterwegs sind. Der herausnehmbare Akku ist in 7 Stunden vollgeladen und gibt dem 45 km/h schnellen Roller anschliessend  eine Reichweite von bis zu 70 Kilometer auf den Weg. Sein stärkerer Bruder namens N-GT schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und eine Reichweite von bis zu 130 Kilometer. Die weiteren zwei Neuerscheinungen richten sich an Fahrer ausserhalb der Stadt. Die beiden Roller beschleunigen auf 100 km/h (N-GTX) respektive 120 km/h (Project X) und erreichen Reichweiten von 160 bis 180 Kilometer. Ende 2018 werden sie erhältlich sein.

 

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